Wie sich der Arbeitsmarkt bis 2030 verändert
Der Future of Jobs Report 2025 geht davon aus, dass 39 Prozent der aktuellen Kompetenzen der Arbeitnehmer bis 2030 veraltet sein werden. Die Studie „Future of Jobs Report 2025“ mit fast 300 Seiten untersucht die globale Arbeitsmarktentwicklung bis 2030 und zeigt, welche Qualifikationen und Strategien für die Zukunft entscheidend sind.
Die Studie „Future of Jobs Report 2025“ basiert auf einer Umfrage unter mehr als 1.000 Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen weltweit. Link zur Studie
Die Zukunft der Arbeitsplätze
Der Future of Jobs Report 2025 des Weltwirtschaftsforums bestätigt erneut, was viele von uns bereits erleben: Die Arbeit wird in rasantem Tempo umgestaltet. Zu den transformativsten Kräften gehören KI und generative KI, wobei 86 % der Arbeitgeber erwarten, dass diese Technologien ihr Unternehmen bis 2030 neu definieren werden.
Hier sind meine Überlegungen als Expertin für Positiv Führen, Resilienz und mentale Stärke:
Der Aufstieg menschenzentrierter Fähigkeiten
KI und Daten sind nach wie vor die am schnellsten wachsenden Fähigkeiten – aber der Bericht hebt auch Kreativität, Anpassungsfähigkeit, Resilienz und Führungsqualitäten hervor. Diese menschlichen Fähigkeiten werden mehr denn je wichtig sein.
2030 wird nicht die KI den Unterschied machen. Sondern der Mensch, der sie versteht … und sich selbst. Die, die KI nur technisch verstehen, bleiben schnell stehen. Die, die sich selbst verstehen, nutzen KI als Hebel für Fokus, Klarheit und Wirkung.
Die Qualifikationen und Fähigkeiten, die voraussichtlich an Bedeutung gewinnen werden, sind unter anderem:
- Kreatives Denken
- Analytisches Denken – bleibt die wertvollste Fähigkeit.
- Resilienz, Belastbarkeit als entscheidender Wettbewerbsvorteil – also die Kunst im Sturm Ruhe und Klarheit zu bewahren; Flexibilität, Agilität
- Motivation & Selbstwahrnehmung
- Empathie & aktives Zuhören
- Leadership & sozialer Einfluss
- Technologisches Verständnis, KI
- Talentmanagement
- Systemisches Denken
- Neugier & lebenslanges Lernen
Am schnellsten wachsend: KI und Big Data | Cybersicherheit | Verantwortung für die Umwelt | Design & UX
Rückläufig: Manuelle Geschicklichkeit | Grundlegendes Lesen/Schreiben | Sensorische Verarbeitung | Zuverlässigkeit
Technologisches Verständnis & KI sind Pflicht. 80% der Kompetenzen haben nichts mit Technik und KI zu tun, sondern mit Führungsqualitäten. Je stärker die Technologie, desto wichtiger wird der Mensch dahinter. Digitale Systeme liefern die Fakten – doch es sind Menschen, die sie interpretieren, in Entscheidungen übersetzen und daraus eine Kultur gestalten. Das sind Fähigkeiten, die zeitlos bleiben und in Zukunft noch wertvoller werden. 2030 entscheidet nicht die KI über Erfolg – sondern der Mensch, der sie versteht und sich selbst kennt.
Also ich finde, das sind schon immer und auch aktuell schon wichtige Kompetenzen.
Das Thema „Kommunikation“ habe ich nicht gefunden. Möglicherweise ist Kommunikationsfähigkeit keine Kompetenz im Sinne der Studie.
Ergänzen möchte ich auch: Eigenverantwortung – das ist leider etwas, was nicht unbedingt überall erwünscht ist. Da darf sich noch etwas ändern.
Selbstführung: Die Kernkompetenz der Zukunft
Die besten Strategien und Systeme bringen nichts, wenn wir uns selbst nicht führen können!
Der Mensch wird zum limitierenden Faktor und ist zugleich die wertvollste Ressource – heute und in Zukunft. Ich glaube nicht, dass man das Menschliche ersetzen kann. Es wird sogar noch wichtiger. Ich selber habe jetzt jahrzehntelang in mein eigenes Wachstum und meine Entwicklung investiert auf allen Ebenen und das kann man mir einfach nicht nehmen oder durch KI ersetzen.
Es geht um Bewusstsein. Um psychologische und menschliche Kompetenzen wie Selbstführung, emotionale Klarheit, Zuhören, Reflexionsfähigkeit, mentale Stärke, Verantwortung für uns selbst und unser eigenes Wohlbefinden übernehmen. Dazu gehört auch, eigenständig zu denken und zu handeln. Und die eigenen Werte zu kennen und dafür einzustehen. Einsicht, kritisches Denken, Hinterfragen des Systems, das Menschen sich in die Entwicklung selbst einbringen und nicht aus Protest die Demokratie abwählen. Aber auch die Meinung der anderen vorurteilsfrei mal aushalten können. Einfach mal mit dem Herzen zuhören.
Eine weitere wichtige Schlüsselfunktion wird der Fokus bzw. die Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen sein. Wer noch in der Lage sein wird, sich konzentriert auf eine Sache zu fokussieren und sich nicht ablenken lässt, hat auch schon 2025 gewonnen.
Heute ist das Zitat treffender denn je.
Lassen Sie uns die Zukunft der Arbeit gestalten. Die Zukunft der Arbeit ist radikal menschlich. Sie ist nicht „Mensch gegen Maschine“ – sie ist Mensch mit Maschine. Unser technisches Know-how, kombiniert mit ausgeprägten menschlichen Stärken, wird den Erfolg in dieser neuen Wirtschaft bestimmen.
Was bedeutet das?
✔️ Anpassungsfähigkeit, digitale Kompetenz und emotionale Intelligenz werden das nächste Jahrzehnt bestimmen.
✔️ Lebenslanges Lernen ist nicht mehr optional – es ist Ihr Wettbewerbsvorteil.
Weiterbildung ist nicht verhandelbar
63 % der Arbeitgeber nennen Qualifikationslücken als größtes Hindernis für die Transformation. Weiterbildung, Umschulung und Einstellung für neue Fähigkeiten sind keine optionalen Strategien mehr. Sie sind die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit, Gerechtigkeit und Resilienz.
Die Botschaft ist klar: Unternehmen, die in die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter investieren, werden diejenigen sein, die erfolgreich sind.
Weiterlesen: „Was hat Psychologie mit Wirtschaft zu tun?“ – Meine Antwort: Alles.
Vortrag „Menschlichkeit und Wertschätzung als Zukunftskompetenzen und Erfolgsfaktoren“: https://antje-heimsoeth.com/vortrag-menschlichkeit-wertschaetzung-als-zukunftskompetenzen-und-erfolgsfaktoren/
Die Belegschaft der Zukunft wird heute aufgebaut – ist Ihr Unternehmen bereit dafür?
©Ihre Antje Heimsoeth


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