Stutenbissigkeit von Frauen

Erfolgstrainerin Antje Heimsoeth - Stutenbissigkeit von Frauen

Die dunkle Seite der Weiblichkeit

Wir Frauen beklagen oft die widrigen Umstände, die uns den Weg nach oben erschweren, doch tatsächlich tragen wir selbst gehörig dazu bei, dass der Weg noch steiniger wird. Was uns helfen würde, wären Solidarität und gegenseitige Bestärkung, um voranzukommen. Was wir stattdessen viel zu häufig praktizieren, ist gegenseitige Demontage.
Das durfte ich vor einiger Zeit bei einem Kongress erleben, dessen weibliche Teilnehmer sich zum Austausch trafen, Thema: Beruf und Erfolg. Ich gehörte zu den Rednerinnen des Kongresses. Während meines Vortrags fiel der Beamer aus, was ich nicht bekommen konnte. Der Bildschirm vor mir, der die ppt anzeigte, funktionierte, aber eben der Beamer selbst nicht (mehr). Niemand machte mich darauf aufmerksam, ich selbst bemerkte es erst einige Folien später. Als ich Tage später das Feedback der Zuhörerinnen erhielt, war ich schockiert. Mein schwarzes Business Outfit wurde ebenso bemängelt wie der Beamer-Ausfall, der Vortrag wurde pauschal von einzelnen Frauen abgewertet. Wohlgemerkt, es gab auch sehr positive Rückmeldungen, aber die Art und Weise der negativen Kritik war nicht konstruktiv, sondern vernichtend.

Kritik ist wichtig für den eigenen Lernprozess. Für konstruktives Feedback bin ich jederzeit offen, aber was ich hier erleben durfte, war die pure Abwertung. Hatten wir uns nicht zusammengefunden, um uns gegenseitig zu bereichern, Wissen zu vermitteln, Impulse zu geben? Nach Jahrtausenden des Patriarchats scheinen wir noch immer geprägt davon zu sein, unser Augenmerk auf äußere Attraktivität zu richten und danach zu streben, möglichst weit oben zu rangieren. Doch wie die böse Königin im Grimmschen Märchen „Schneewittchen“ entblößen wir damit vor allem mangelndes Selbstbewusstsein. Wir fürchten die Konkurrenz des eigenen Geschlechts offensichtlich mehr als den Verlust von Wertschätzung und Respekt.

Online-Kurs „Mentale Frauenpower“ Buch “Frauenpower: Mentale Stärke für Frauen“  jetzt bestellen

Ich darf es immer wieder feststellen: Frauen sind gegenüber anderen Frauen oft sehr hart im Urteil, überkritisch und sehr emotional. Das geschieht vor allem dann, wenn sie das Gefühl haben, einer selbstbewussten, erfolgreichen, starken und sehr intelligenten Frau gegenüber zu stehen. Erahnen sie bei dieser Geschlechtsgenossin eine Schwachstelle, attackieren sie erbarmungslos. Es geht um Macht und Ansehen. Doch statt gemeinsam daran zu arbeiten, den Einfluss von Frauen im Beruf zu verstärken, schwächen wir uns gegenseitig, weil wir den eigenen Machtverlust fürchten. Statt sich über starke Kolleginnen zu freuen, betrachten wir sie nur als Konkurrenz, die es gilt, aus dem Weg zu räumen. Mit dieser Kurzsichtigkeit werden wir noch lange in der Ungleichheit verharren. Unabhängig vom Geschlecht wünsche ich mir gegenseitige Wertschätzung.

Ich weiß, was ich wert bin und was ich kann – und ich weiß, dass nur ein Weg, der von weiblicher Kollegialität und Netzwerken geprägt ist, zum Ziel führen kann: erfolgreich als Frau an der Spitze.

Ihre Antje Heimsoeth

Vortrag zum Thema: „Frauenpower. Gelassen. Souverän.“ oder „Mentale Stärke: Erfolgsstrategien für erfolgreiche Frauen“: https://antje-heimsoeth.com/vortrag-frauenpower-gelassen-souveraen/

Seminar „Erfolgstraining für Frauen“:  https://www.heimsoeth-academy.com/mental/seminar-erfolgstraining-frauen/

Dieser Beitrag könnte Sie auch interessieren:

Mentale Stärke für Frauen: https://www.heimsoeth-academy.com/mentale-staerke-fuer-frauen/

Was zeichnet erfolgreiche Menschen aus: https://antje-heimsoeth.com/frauenpower-was-zeichnet-erfolgreiche-frauen-aus/

Das Geheimnis erfolgreicher Frauen (Teil 1): https://antje-heimsoeth.com/das-geheimnis-erfolgreicher-frauen/

Ihre Autorin Antje Heimsoeth

Antje Heimsoeth

       

Über die Autorin

Antje Heimsoeth zählt zu den führenden Expertinnen für mentale Stärke, Motivation, Performance, Leistung, Selbstführung und mentale Gesundheit. Seit mehr als 25 Jahren begleitet die Unternehmerin, Mental- und Performance-Coach Unternehmen, Führungskräfte, Teams und internationale Spitzensportler. Mehrfach ausgezeichnete Keynote-Speakerin (Speaker des Jahres 2021, „Vortragsrednerin des Jahres 2014“).

Antje ist 15-fache Buchautorin und veröffentlicht unter anderem bei Haufe, C.H. Beck und Springer Gabler. Als Expertin ist sie regelmäßig in TV, Radio, Podcasts und Printmedien präsent. FOCUS bezeichnete sie als „renommierteste Motivationstrainerin Deutschlands“. Das renommierte Erfolg Magazin aus dem Backhaus Verlag zählt Antje zu den 500 bedeutendsten Persönlichkeiten der Erfolgswelt. Ende 2019 wurde sie zum Senat der Wirtschaft berufen und ist so Teil eines exklusiven Kreises von Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

Sie bildet heute Coaches und Trainer*innen aus, die ihre Inhalte und mentalen Tools auf der ganzen Welt vermitteln.

Gastrednerin an Hochschulen in Deutschland.
Mit ihren Büchern, Vorträgen und Medienbeiträgen hat sie bereits mehr als 850.000 Menschen erreicht.

Frau Heimsoeth versteht es, mit ausdrucksstarken Zitaten und Bildern und vielen persönlichen Beispielen, unter anderem aus dem Sport, Ihre Aussagen ganz klar auf den Punkt zu bringen, einfach und verständlich. Sie vermittelt klare Botschaften. Was ihr besonders am Herzen liegt: Respekt, Vertrauen, Wertschätzung, warme Menschlichkeit.

Mehr über Antje Heimsoeth:
👉 Vorträge und Publikationen
👉 Ausbildungen und Seminare der Heimsoeth Academy
👉 Podcast: „Mentale Stärke | Performance | Resilienz | Mentale Gesundheit“

1 Kommentar

  1. Danke! Männer sind auch neidisch, aber sie reagieren (meistens) mit Respekt für den „Gewinner“. Frauen suchen verzweifelt nach dem, was die andere dann doch wertlos macht. Ha! Ich hab das Problem gefunden! Eine ganz alte Freundin sagt jedes Mal, wenn ich ihr von einem glücklichen Paar/einer glücklichen Familie erzähle: „man kann jedem nur vor den Kopf gucken“. (d.h., dass sie glaubt, dass jede Familie/Beziehung im Kern unglücklich ist) Wenn wir, als Frauen, den Respekt behalten könnten (auch, wenn wir neidisch sind) wäre viel gewonnen.

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert