Mut – Löwe statt Angsthase

Mut Mentale Stärke Motivation Antje Heimsoeth

Autor

Antje Heimsoeth

Datum

24. Feb 2016

Löwe statt Angsthase
Aus welchen Gründen Sie Mut und mentale Stärke im Leben weiterbringen

MENTALE STÄRKE / ANTJE HEIMSOETH – Das Abitur nachholen, den Traum vom eigenen Haus erfüllen oder den Chef nach einer Gehaltserhöhung fragen – jeder von uns hat seine ganz persönliche Wünsche und Träume. Doch um diese Pläne in die Tat umzusetzen, fehlt uns häufig vor allem eins: Mut! Statt wie ein Löwe zu brüllen und sein Ziel selbstbewusst zu verfolgen, zögern wir. Der innere Angsthase lässt die Ohren hängen und verkrümelt sich in die hinterste Ecke. Schnell wird klar: Mutig sein ist alles andere als einfach. Häufig beneiden wir unsere Mitmenschen, die einfach mal etwas wagen, die sich trauen. Doch warum fällt es den Einen offenbar leicht, mutig zu sein und Anderen eher schwer? Was ist Mut überhaupt? Und kann auch Angsthase lernen, mutiger und selbstbewusster zu werden?

Was ist Mut?

Mut hat viele Namen. Wenn wir von Wagemut oder Beherztheit sprechen, meinen wir in der Regel das, was wir auch unter Mut verstehen. Mut und Selbstvertrauen brauchen wir alle, Mut und Angst sind eng miteinander verknüpft. Mutig ist es z.B., als Frau allein durch die Welt zu reisen. Der chinesische Philosoph Laotse sagte: Geliebt zu werden, macht uns stark. Zu lieben, macht uns mutig. Mut bedeutet, etwas zu tun, obwohl ich Angst habe. Ich bin mutig, wenn ich meine Angst überwinde. Es ist mutig, sein eigenes Leben zu riskieren, um jemand anderen zu retten. Wir sprechen dann von Zivilcourage, aber dem liegt Mut zugrunde.

Mut ist eine Stärke. Wer Mut hat, kann auch Fehler eingestehen oder Unrecht zugeben.  Mut bedeutet auch, seine Meinung zu vertreten, obwohl man weiß, dass man dafür Gegenwind erfahren wird. Mutige Menschen sind meist sehr selbstbewusst. Unser Selbstbewusstsein können wir aufbauen, z.B. durch mentales Training. Aber was passiert, wenn uns der Mut in Momenten verlässt, wo wir vor Aufgaben stehen, die all unseren Mut erfordern? Verlässt uns der Mut, rücken wir den Fokus auf unsere Angst, die uns in dem Moment wichtiger erscheint als alles andere. Sie okkupiert Handlungsspielraum und lässt den Mut schwinden. Wohlgemerkt: Mut ist nicht das Gegenteil von Angst, denn, wie eingangs erwähnt, handeln wir mutig, wenn wir etwas tun, obwohl wir Angst haben. Aber wir gewähren eben der Angst nicht die Oberhand.

Wie bei vielen Dingen im Leben, hat auch Mut zwei Seiten. Mut ist negativ, wenn sich Menschen sinnlos in Gefahr bringen, um z.B. bei jugendlichen Mutproben in eine Gruppe aufgenommen zu werden. Mut kann auch in Tollkühnheit münden, nämlich dann, wenn kein Angstmoment mehr da ist und Sorglosigkeit um die eigene körperliche Unversehrtheit vorherrscht. Tollkühn ist z.B. jemand, der auf einem zugefrorenen See herumspringt, obwohl das Eis noch nicht sicher trägt. Mut hat hingegen derjenige, der den Tollkühnen aus dem Wasser zieht, nachdem dieser eingebrochen ist.

Aus welchen Gründen fällt es uns häufig so schwer, den inneren Angsthasen zu ignorieren und etwas zu wagen?

Angst ist lebensnotwendig. Sie stellt die körperliche und  teils auch geistige Unversehrtheit sicher, denn sie sorgt dafür, dass wir uns genau überlegen, welche Konsequenzen unser Handeln hat. Wir ignorieren den Angsthasen dann nicht, wenn uns eine Sache nicht so wichtig ist. Ist sie uns nicht so wichtig, werden wir nicht ins Handeln kommen. Wird jedoch die Bedeutung einer Sache in meinem Erleben größer, wird gleichzeitig die Angst geringer. Dann komme ich ins Handeln und wage etwas. Das Verhältnis zwischen Angst und Mut kann man sich wie eine Waage vorstellen: In der einen Waagschale liegt die Angst, in der anderen die Bedeutung des angestrebten Ziels.

Beim Thema Angst gilt es zu differenzieren: Es gibt die Angst vorm Erfolg, die Angst vor Neuem, Angst vor Versagen usw. Unser Selbstbewusstsein spielt auch hier eine große Rolle. Weniger selbstbewusste Menschen werden eher mit ihrem inneren Angsthasen konfrontiert. Und vergangene Erfahrungen wirken sich hier aus: Habe ich mit der Sache, um die es gerade geht, schon Erfahrungen gemacht? Und welcher Art waren diese, positiv oder negativ? Waren sie negativ, kann uns das ebenfalls hemmen.

Ist Mut eine Typsache oder kann auch ein eher ängstlicher Mensch lernen mutiger zu werden?

Nicht jeder vorsichtige Mensch hat Angst. Nur, weil ich bestimmte Dinge meide, heißt das nicht, das ich regelrechte Angst vor ihnen habe. Wer aber viel Angst hat, kann lernen, mutiger zu werden. Ängstlichkeit ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Bei Menschen, die gelernt haben, souverän mit ihrer Ängstlichkeit umzugehen, werden wir als Außenstehender die vorhandene Angst meist nicht erkennen. Angst entsteht im Kopf. Wichtig ist, zu akzeptieren, dass wir Angst haben. Es gilt nur, ihr nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken, sondern sich auf hilfreiche, positive Gedanken zu konzentrieren.

Hier helfen sogenannte Affirmationen, das sind positive Selbstgespräche. Autosuggestive Sätze, die uns bekräftigen, können Überzeugungen verändern.  Statt vor einer Herausforderung permanent zu denken „Ich kann das nicht!“ – ein Satz, der wie ein Bremsklotz wirkt –, hilft es vielmehr sich zu sagen: „Ich schaffe das!“ oder „Ich vertraue auf meine Fähigkeiten!“. Wichtig ist, immer positiv, kurz und in der Gegenwartsform zu formulieren. Jeder Satz beginnt mit „Ich“. Die Affirmationen regelmäßig üben, damit das Unterbewusstsein sie gut abspeichert.

Und noch einmal zur Erinnerung: Je mehr Bedeutung wir einer Sache beimessen, desto mehr Mut bringen wir auf, zu handeln.

Inwieweit ist Mut von äußeren Lebensumständen abhängig, z.B. Stimmung, Gesundheit, Lebensgeschichte?

Mut ist immer auch abhängig von äußeren Lebensumständen. Mut ist z.B. abhängig von unserer Lebensgeschichte. Wenn ich schon des Öfteren „eins auf die Mütze bekommen habe“ in Momenten, wo ich mutig war, dann werde ich mich künftig wahrscheinlich eher zurücknehmen. Bin ich schlecht gelaunt oder krank, bin ich ebenfalls weniger mutig. Es lässt sich auf die einfache Formel bringen: Je wohler und sicherer ich mich fühle, auch unter Berücksichtigung meines Umfelds, desto mutiger bin ich.

Besteht bei mutigen Typen nicht auch die Gefahr, dass sie mal übermütig werden?

Wir alle wissen: Wer nichts riskiert, der nichts gewinnt! Wir brauchen Mut für Herausforderungen. Werden wir übermütig, dann heißt das, wir gehen über Grenzen. Das kann uns weiter bringen, aber birgt auch Gefahren. Ungesund wird das Verhältnis dann, wenn wir jede Angst verlieren und Risiken völlig ignorieren. Dann mündet der Mut in Leichtsinn und Tollkühnheit, wie schon eingangs erwähnt und das bedeutet konkrete Gefahr für die eigene Unversehrtheit.

© Antje Heimsoeth

2 Kommentare

  1. Klasse Artikel- perfekte Mischung aus Wissen, Informationen und Gefühl, das macht ihn so sehr lesbar- ich werde ihn super gerne teilen und danke für dieses Thema.
    Egal in welcher Situation man im Leben steckt, Mut ist immer ein Thema, immer wieder – zumindest, wenn es um die Weiterentwicklung geht.
    Ich war schon oft an den sogennanten „Mutausbrüchen“ , die dann aber doch nicht Zustande gekommen sind, weil es an Rückhalt und Stärke gefehlt hat, aber nun bin ich schlauer und was, was es mir gibt, wenn ich mich immer wieder traue.

    Also noch einmal vielen Dank für den heutigen Mutschubs;)

    Antworten
  2. Wo ziehst du die Grenze: Mut/übermütig?
    Wenn ich das beobachte, manches mal sind Herausforderungen, da lass ich mich drauf ein „ich werd das schon meistern“, bei anderen fehlt diese „zuversicht“
    den transfer zu leisten ist manches mal noch eine Hürde
    Was sicher stimmt ist Wachstum passiert außerhalb der Komfortzone.
    Doch die Frage (aus Energiegründen) muss auch lauten, welche Hürden und Ängste es wert sind, genommen zu werden und welche vergebene Liebesmüh sind. Den fünfmal gegen die Wand zu laufen ist und nochmals Schwung zu holen ist … das sagte schon Watzlawick, nicht IDEAL 😉 Denn allzu oft kommt bei manchen der „Polarity Responder“ (ich machs weil alle sagen es gehtz nicht) durch und das kann tödlich sein… businesswise aber auch körperlich.

    Wie hilfst du den Leuten diese EVALUATION zu finden OB etwas es Wert ist? oder ist das ein trial error prozess?

    Antworten

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