Ursachen für Lampenfieber, Feedback-Regeln

Ursachen für Lampenfieber und Feedback-Regeln - Antje Heimsoeth

Autor

Antje Heimsoeth

Datum

16. Jan 2018

Kategorien

Ich sitze hier im Hotelzimmer und halte nachher einen Vortrag. Ich hatte eben mit der Veranstalterin ein Gespräch und sie sagt, sie bewundere Menschen, die gerne vor anderen Menschen reden. Sie könne das nicht. Was ist Ursache dafür, dass Menschen Lampenfieber und Auftrittsangst entwickeln? Das eine ist, wir wollen einfach alle gemocht werden und wir wollen vor allem auch nicht abgewertet werden. Und da bin ich beim Punkt. Ich bekomme immer wieder die ein oder andere Rückmeldung zu meinen Videos und Podcasts, aber das Feedback kommt nur zu negativen Punkten wie Inhalte, Intro, etc. Nichts zu, was sind positive Aspekte an dem Podcast oder Video, was ist der Gewinn aus dem Gehörten.
Denkt bitte immer daran: Kritik ist immer ein Angriff auf den Selbstwert des Menschen. Feedback-Kultur gibt es aus guten Gründen. Ein Auszug aus den Feedback-Regeln: Nenne zuerst positive Aspekte / Punkte und dann mache ein Verbesserungsangebot, nicht ein VerbesserungsVORSCHLAG. Im Wort steckt das Wort „schlagen“ drin. Macht ein Verbesserungsangebot auf gleicher Augenhöhe, denn man verlässt sehr schnell die Augenhöhe, wenn man Feedback gibt und vor allem unaufgefordertes Feedback gibt.

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Und: die Podcasts sind gratis, die Videos sind gratis. Ich werde von vielen Menschen dafür bezahlt, dass ich ihnen mein Wissen mitgebe, dass ich mein Wissen teile. Diese Videos und Podcasts bekommt ihr geschenkt. Dass diese dann nicht immer so durchchoreografiert sind und durchdacht sind wie ein bezahlter Vortrag, da bin ich jetzt einfach mal ehrlich, das ist so. Für einen Vortrag setze ich mich ein bis zwei Tage hin, mache mir genau Gedanken, was in welcher Reihenfolge, wie hole ich die Menschen in dem Vortrag ab, was sitzt für eine Zielgruppe vor mir, arbeite mich auf das Thema ein, schaue nach neuen Studien, überlege mir Übergänge, überlege mir Powertalk, überlege mir genau die Rhetorik. Wenn ich ein Video aufnehme, wie dieses jetzt hier, dann mache ich das so wie es mir kommt, dann sprudelt es aus mir heraus, dann ist das Ehrlichkeit pur, das, was ganz viele Menschen immer wieder einfordern – Ehrlichkeit. Und dann kann es eben mal sein, dass es nicht rhetorisch brillant formuliert ist. Ich hoffe da auf mehr Verständnis, denn wir hätten mehr Menschen, die sich nach draußen auf die Bühnen trauen, wenn wir nicht immer alles nur unter der Brille des Negativen sehen würden, sondern mehr den Gewinn des Gesagten hervorheben.

Ich habe schon so viele Ausbildungen in meinem Leben gemacht und ich lerne jedes Mal wieder etwas dazu. Mich fragte erst jemand: „Was waren denn meine drei besten Ausbildungen?“ Ich kann die Frage gar nicht beantworten, da ich aus jeder Ausbildung etwas mitnehme, denn ich gehe mit der Haltung in ein Seminar: Was kann ich hier lernen, nicht: Hoffentlich kommt jetzt hier nicht so viel doppelt, ich habe ja schon so viele Ausbildungen gemacht und so viel gelesen. Sondern ein Satz, ein Wort, ein neuer Gedanke, eine neue Idee und schon war es gut, dass ich vor Ort im Seminar war.

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2 Kommentare

  1. Wow – was für ein Stadement!
    Weitere Sichtweisen von mir:
    Ich erkenne schlicht und ergreifend Unwissenheit. Denn wer die Auswirkungen von negative Rückmeldungen und daraus abgeleitet die Feed-back-Regeln kennt, hält sich auch daran. Niemand will, dass menschliche Selbstwerte unbewusst untergraben werden. Weder das eigene noch das von anderen.

    Es sei denn, man hat es mit einem erfahrenen ‚Arschloch‘ zu tun. Damit meine ich jemanden, der ganz bewusst eine persönliche Abwertung erzielen will. Privat sowohl als auch im Job. Dann ist es besonders wichtig, geeignete Gegenmaßnahmen zur Abwehr kommunizieren zu können. Also nicht herunterschlucken das ganze. Sondern es als das zu erkennen, was es ist. Nämlich eine persönliche Abwertung, die aus der persönlichen Haltung des anderen entspringt. Denn es geht ja nicht um objektive Gründe. Und so etwas sollte immer entschieden zurückgewiesen werden. Kurz und knackig: „Das weise ich zurück, entschieden!“ Ist reiner Selbstschutz und Balsam für die geschundete Seele. Selbst so ausprobiert und als erfolgreich erkannt. :-))

    Ich selbst kannte die Feed-back Regeln bisher so auch nicht. Ich habe sie jetzt zum ersten mal gehört und gelesen. Herzlichen Dank hierfür!
    Das ist jetzt z.B. ein Gewinn für mich. Also bitte nicht aufhören, Wissen (gratis) zu teilen. Das hier habe ich die letzten Tage gefunden.
    Zitat:“ Das Lernen, das Denken, Begreifen, Verstehen und Urteilen lässt sich nicht automatisieren. All das bleibt ein individueller und mühsamer Prozess mit ungewissen Ausgang.“

    Also, kann es noch dauern, bis all die Nutzer der sozialen Netzwerke persönlich gereift sind. :-))
    Das gilt auch für mich. Denn ich selbst bin ja auch Teil des Ganzen. Damit die kommt die Anregung zur Selbstkritik samt Lösungs-Angebote auch bei mir (gut) an. :-))

    Liebe Antje Heimsoeth, Sportler hören nicht auf, sich stetig verbessern zu wollen. Das ist in den Genen verankert. Bitte lassen Sie sich nicht entmutigen von den ganzen Youngstern und Trollen auf unserer schönen Erde. Es gibt auch die anderen. Nur spielen sich diese nicht so sehr in der Vordergrund. Sie werden nicht gesehen. Aber sie sind da!
    Beste Grüße für einen wunderschönen Sonntag.
    Carola Kühn

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