Tipps fürs Buch schreiben

Tipps fürs Buch schreiben Mentaltraining mental Antje Heimsoeth

Autor

Antje Heimsoeth

Datum

05. Feb 2016

Tipps fürs Buch schreiben – Vorbereitung ist das halbe (Autoren)-Leben

Ein Buch zu schreiben, ist wie einen Berg zu besteigen – man weiß nicht genau, welchen Unwegsamkeiten man beim Aufstieg begegnet und empfindet unendlich viel Freude und Stolz auf die eigene Leistung, wenn man den Gipfel erreicht hat. Ich habe schon einige Bücher geschrieben und jedes Projekt war auf eine ganz andere Art herausfordernd. Bei meinem jüngsten Buch „Sportmentaltraining“ entpuppte sich z.B. die Abstimmung von Interviews mit Sportlern, Sportmanagement und Trainern, deren Aussagen ich in die einzelnen Kapitel einarbeiten wollte, als unerwartet komplex und langwierig. Woraus ich gelernt habe, im Vorfeld noch genauere Absprachen zu treffen und Erwartungshaltungen abzuklären. Diese und weitere Erkenntnisse möchte ich in Form einer kleinen Tipp-Liste gern an Sie weitergeben – vielleicht haben Sie ja auch vor, ein Buch zu schreiben und können von diesen Tipps fürs Buch schreiben profitieren:

Tipp 1: Mache dir einen Plan
Ein Exposé, das das Thema des Buches und die Vorgehensweise beim Schreiben darlegt, ist Grundvoraussetzung fürs weitere Gelingen. Und auch wenn es zu diesem frühen Zeitpunkt unnötig erscheinen mag: Es hilft, sich ein vorläufiges Inhaltsverzeichnis zu schaffen. Zum einen ist es eine Richtschnur beim Schreiben und beugt dem Vergessen wichtiger Kapitel vor, zum anderen hilft es, den Gesamtumfang im Blick zu behalten und mit der Länge einzelner Kapitel besser zu haushalten.

Das bedeutet nicht, Flexibilität ad acta zu legen. Selbstverständlich kann sich während des Schreibprozesses ein Thema als komplexer erweisen und ein anderes als verzichtbar. Dann wird das Inhaltsverzeichnis entsprechend angepasst. Aber ohne Plan zu starten, kann ins Uferlose führen, sehr viel Zeit kosten und zu Lasten der Lesbarkeit gehen.

Tipp 2: Fasse dich kurz – und einprägsam!
Je länger man seinen Beruf ausübt, desto mehr Wissen häuft sich an. Und in der Regel sind wir davon getrieben, andere daran teilhaben zu lassen, eben weil wir wissen, wie nützlich vieles davon ist. Wer hier aber seinem Wunsch nach Lehre ohne Limit nachgibt, der verliert auch den letzten interessierten Leser, weil die Masse ungenießbar wird.

Wählen Sie Themenschwerpunkte und bringen Sie hier Ihre Erkenntnisse auf den Punkt. Nutzen Sie eine bildreiche Sprache, die es dem Leser leichter macht, Zugang zum Thema zu finden und sich wichtige Aussagen zu merken. Liefern Sie anschauliche Beispiele aus der Praxis und „mundgerechte Häppchen“ in Form von Kurz-Zusammenfassungen im Kasten, kleinen Listen etc.

Tipp 3: Wenn du andere in die Arbeit einbeziehst, triff klare Absprachen
Schon zwei Mal habe ich Interviews als ergänzende Expertise in meine Bücher einfließen lassen. Doch während beim ersten Mal vornehmlich Unternehmer zu Wort kamen, waren es bei „Sportmentaltraining“ Spitzensportler und Trainer. Und hier entpuppten sich Freigaben als langwierig und aufwendig. Das lag zum einen daran, dass bei den Athleten auch noch Sportmanagement und Pressesprecher Mitspracherecht forderten, zum anderen auch daran, dass Aussagen eben nicht druckreif formuliert waren. Es ist immer ein großer Unterschied, ob ich etwas sage und für gut befinde oder ob ich das Gesagte Schwarz auf Weiß vor mir sehe. Dann fallen mir bessere Formulierungen ein, ich möchte gar einiges zurücknehmen oder noch genauer ausführen.

Als Autor habe ich dann ein Problem, wenn ich diese Unwegsamkeiten zeitlich gar nicht eingeplant habe, abgesehen davon, dass der zusätzliche Überarbeitungsaufwand auch Kosten verursacht, weil er Ressourcen bindet. Im Falle von „Sportmentaltraining“ hatte ich einen sehr langen Fragenkatalog, um möglichst viele Aspekte abzudecken. Doch je länger der Fragenkatalog, umso länger dauern auch Bearbeitung und Freigaben. Ich habe daraus gelernt, im Vorfeld

  • Erwartungshaltungen von Interviewpartnern bezüglich der Weiterverarbeitung von Aussagen genau abzuklären,
  • Fragenkataloge kurz zu halten,
  • nur offene Fragen zu stellen,
  • Zeitvorgaben für Rückläufe vorab zu kommunizieren und Verbindlichkeit herzustellen.

Tipp 4: Verwende nur Bildmaterial, Illustrationen etc., wo die Rechte eindeutig geklärt sind
Bildrechte sind ein heikles Thema. Es ist nicht immer ersichtlich, wer die Rechte an einem Foto hält und wie die Nutzungsrechte für Dritte formuliert sind. Deshalb ist es extrem wichtig, sich vor Verwendung eines Bilds genau rückzuversichern, wer die Rechte an dem Bild hat und sich von dieser Person eine Freigabe zu holen. Wer das nicht beachtet, den kann seine Nachlässigkeit teuer zu stehen kommen. Es ist nicht damit getan, den Fotografennamen oder den Namen der Illustratorin zur Abbildung dazu zu stellen. Es muss geklärt sein, dass ich das Bild überhaupt verwenden darf – und ob und was mich das etwas kostet. Bei den Planungen der Kosten für ein Buch sollte nach Möglichkeit auch ein Topf für Fotomaterial einkalkuliert werden, denn in der Regel sind Bilder, Grafiken etc. nicht honorarfrei. Je mehr Hände das Bild durchlaufen hat, umso achtsamer gilt es bei der Rechteklärung zu sein. Unwissenheit schützt vor Klage nicht!

© Antje Heimsoeth

1 Kommentar

  1. Liebe Frau Heimsoeth, ich habe mit großem Interesse Ihre Tipps gelesen und bedanke mich dafür, dass Sie Ihre Erfahrungen transparent gemacht haben. Ein Buch zu schreiben steht auf meiner persönlichen Liste und da es um Erfahrung des „Zusammenspiel“ Erwachsene, Kinder und Schule gehen wird sicher sehr sensibel zu behandeln. L. G. Petra Hofmann

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