Unsichtbare Überlastung bei Führungskräften und Performern: Warum Erholung der Schlüssel zu nachhaltiger Höchstleistung ist

Unsichtbare Überlastung bei Führungskräften und Performern: Warum Erholung der Schlüssel zu nachhaltiger Höchstleistung ist
Stark nach außen, erschöpft nach innen?

Viele Führungskräfte und Sportler, mit denen ich arbeite, wirken nach außen hin stark. Sie sind kompetent und diszipliniert. Innerlich fühlen sich die Anstrengungen jedoch schwerer bzw. anders an.

Eine Frage an Sie: Wann haben Sie sich das letzte Mal wirklich erholt gefühlt und nicht nur kurzfristig erholt?

Anzeichen für Überlastung

Unsichtbare Überlastung äußert sich meist nicht in einem Zusammenbruch oder offensichtlicher Erschöpfung. Stattdessen zeigt sie sich oft durch:

  • Leichte Angst oder Unruhe – Gefühl, immer „hinterherzuhinken“ oder zu wenig Kontrolle zu haben.
  • Stimmungswechsel – Plötzliche Niedergeschlagenheit oder Frustration, die nicht klar begründbar ist.
  • Mehr Kraftaufwand für ehemals mühelose Aufgaben
  • Leichte Reizbarkeit oder Ungeduld: Kleine Störungen oder Verzögerungen führen zu überproportionaler Frustration.
  • Schwierigkeiten beim Abschalten
  • Appetitveränderungen – Entweder weniger oder mehr Hunger, oft ohne bewusste Kontrolle.
  • Häufige Infekte – Leicht geschwächtes Immunsystem, z. B. Erkältungen.

Wenn Sie als Führungskraft Anzeichen von Überlastung wahrnehmen, ist das ein ernst zu nehmendes Frühwarnsignal – nicht für persönliches Versagen, sondern für eine strukturelle Dysbalance zwischen Anforderungen, Ressourcen und Erwartungen.

Selbstreflexion
Performer sind oft geübt darin, durchzuhalten. Die Gefahr besteht darin, dass man die eigenen inneren Signale lange Zeit (unbewusst) ignoriert.

Machen Sie eine kurze Selbstreflexion 👇🏼

  • Wie gut ist meine Entspannungsfähigkeit?
  • Fühle ich mich in Ruhephasen wie Urlaub erholt oder erschöpft?
  • Verlasse ich mich auf Disziplin, um meine reduzierte Leistungsfähigkeit auszugleichen?
  • Habe ich es geschafft, trotz Erschöpfung normal zu funktionieren?
  • Habe ich genug Zeit, Energie und Aufmerksamkeit für meine Prioritäten?
  • Welche Aufgaben oder Verpflichtungen belasten mich sehr?
  • Wo könnte ich um Hilfe oder Unterstützung bitten?
  • Habe ich ausreichend Pausen für Stressabbau und Erholung eingeplant?
  • Welche Veränderungen würden meine Leistungsfähigkeit steigern?

Betrachten Sie die Antworten als Informationen und nicht als Diagnose.

Was Performer langfristig fit hält

Die richtige Balance zwischen Höchstleistung, Erholung und Regeneration ist enorm wichtig. Denn wer die Schrauben seines Getriebes zu fest anzieht, überdreht sie. Das Gewinde geht kaputt. Mit anderen Worten: Wer nur den Dauerlauf im Hamsterrad kennt, erntet irgendwann massive Erschöpfung. Besonders die Zahl der psychischen Erkrankungen ist gestiegen, wie Statistiken zeigen. Hinzu kommt: Mit zunehmendem Alter verlängert sich unsere Regenerationszeit. Ein achtsamer Umgang mit sich selbst wird immer wichtiger. Die Fechterin Britta Heidemann sagt: „Im Laufe der letzten Jahre habe ich immer deutlicher gemerkt, dass der Körper der Spiegel der Seele ist: Wenn ich aufgeregt bin oder nervös, zeigt mir das die Haut an, wenn es dem Geist zu viel wird mit den vielen Flugreisen, dann wird der Körper krank, und wenn ich müde bin, verletzte ich mich schneller.“

Spitzensportler verbringen die meiste Zeit damit, sich fit für Höchstleistungen zu machen. Sie richten den Fokus auf Aufbau, Erhalt und Erneuerung ihrer Energie, die sie für erfolgreiche Wettkämpfe benötigen. Sie werden erst durch Pausen richtig gut! Denn nur ein entspannter Körper ist abrufbereit für Höchstleistungen. Der Basketballspieler Dirk Nowitzki sagt: „Wenn man mental nicht bei der Sache ist, ist es schwierig, sich körperlich fit zu halten. Umgekehrt ist es genauso: Wenn man körperlich nicht fit ist, kann der Kopf noch so wollen, dann ist der Schritt einfach zu langsam. Körper und Kopf – beides spielt in unserem Beruf zusammen.“ Regeneration, also Erholung von vorangegangenen Belastungen und als aktiver Prozess, bei dem man sich ausruht, um wieder zu Kräften zu kommen sowie Entspannung geben neue Energie für mehr Leistung. Sie wirken sich positiv auf die Psyche aus.

Doch viele Menschen vernachlässigen ihre Erholung von täglichen Ansprüchen, Forderungen und Reizüberflutung – Smartphones und Tablets haben längst ihren Nutzer im eisernen Griff. Es gilt, wieder das Abschalten, zwischendurch und am Ende des Tages, zu lernen.

Nachhaltige Exzellenz erfordert oft:
  • Klare innere Grenzen für Ruhe und Verantwortung
  • Gezielte Erholung: Erholung ist kein passiver Zustand, sondern ein aktiver Prozess der Regeneration physischer, kognitiver und emotionaler Ressourcen. Nachhaltige Exzellenz verlangt, dass Erholung systematisch eingeplant, geschützt und qualitativ hochwertig gestaltet wird (Schlaf, mentale Distanz, soziale Stabilität, Bewegung).
  • Frühwarnsysteme und Selbstwahrnehmung: Nachhaltige Exzellenz erfordert die Fähigkeit, Überlastung frühzeitig zu erkennen – individuell wie organisatorisch. Dazu gehören Signale wie nachlassende Konzentration, emotionale Reizbarkeit, Zynismus oder chronische Müdigkeit.
  • Belastungssteuerung: Leistungsphasen müssen zeitlich begrenzt, priorisiert und klar fokussiert sein. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen produktiver Beanspruchung (fordernd, aber sinnstiftend) und destruktiver Überlastung (dauerhaft, unkontrolliert, entkoppelt vom Zweck).

So bleiben Leistungsträger langfristig erfolgreich und bewahren dabei sowohl ihre Leistungsfähigkeit als auch ihr Wohlbefinden.

© Ihre Antje Heimsoeth

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