Warum mentale Stärke der entscheidende Erfolgsfaktor im Leben ist
Mentale Stärke ist für manche verschwommene abstrakte Theorie. Sie zeigt sich in täglichen Entscheidungen, Reaktionen und Standards.
Die größte Macht, die du hast, ist die Entscheidung, wie du auf die Herausforderungen des Lebens reagierst. In dem Moment, in dem man erkennt, dass man diese Macht hat, ist das ein echter Wendepunkt.
Was wir konsumieren, prägt, wie wir denken, fühlen und reagieren. Es ist leicht, sich nur auf große Momente zu konzentrieren und die täglichen Einflüsse zu ignorieren, die uns leise beeinflussen.
Gedankenmuster durchbrechen
Etwa 90 % deiner Gedanken heute sind die gleichen wie gestern. Wenn man sie nicht bewusst herausfordert, rekonstruiert man immer wieder dieselben emotionalen Muster, dieselben Reaktionen, dieselben Ergebnisse.
Selbstvertrauen aufbauen: Warum es ein trainierbarer Muskel ist
Selbstvertrauen ist ein Muskel, den man von innen heraus aufbaut, nicht etwas, auf das man wartet, bis andere es einem geben. Es ist eine Erinnerung daran, dass dein innerer Champion der zuverlässigste Verbündete ist, den du je haben wirst.
1. Wenn dein Frieden davon abhängt, dass alles gut läuft, ist das kein Frieden.
2. Glück verstehen: Was die Forschung über unser Glück sagt
Ausflug in die Forschung – Ist Glück angeboren?
Glück ist machbar, und zwar für jeden. Laut Sonja Lyubomirsky, Psychologin und weltweit anerkannte Glücksforscherin, haben wir eine angeborene, unterschiedlich hohe Kompetenz für das Glücklich Sein. Die Forschung („Happiness Twin Studie“ von Professor Lykken) zeigt, dass ca. 50% unseres Glücksniveaus vererbt werden: Der Glücksfixpunkt. Dennoch können wir unser Glücksempfinden verändern. Nur eben nicht zu 100%. Etwa 10% hängen von äußeren Rahmenbedingungen und Umständen ab. Lebensumstände wie Armut oder Reichtum. Ob man einen Arbeitsplatz hat oder nicht. Ob man eine Familie hat, verheiratet oder geschieden ist. Den größten Einfluss auf unser Glücksempfinden haben wir, wenn es um unsere alltäglichen Handlungen, Verhaltensweisen, Aktivitäten, persönlich Einstellung und unsere Gedanken geht.
Das Schöne an diesen Forschungsergebnissen für mich persönlich ist, dass wir etwa 40% unseres Glücks selbst in der Hand haben. Wir können in unserem Gehirn die strukturellen Voraussetzungen für Glück schaffen und die Ausschüttung von Glücksbotenstoffen ankurbeln – und zwar durch Optimismus und so genannte Flow-Erlebnisse (in einer Tätigkeit voll und ganz aufgehen).
Weiterlesen: World Happiness Report 2026: Was unser Glück bestimmt
3. Gedankenkontrolle zur Stressbewältigung: Wie du stressverstärkende Gedanken erkennst
Der Weg zur Stressbewältigung besteht also u.a. darin, auf unsere inneren und äußeren Ressourcen zu besinnen und zu vertrauen, die Kontrolle zu bewahren, Sinn zu erkennen, die eigene Denkweise zu überprüfen und eigene stressverschärfende Gedanken und Überzeugungen zu erkennen und zu verändern. Wenn wir Stress mental souverän begegnen, kann er uns physisch weniger schaden. Und dann fordern wir ihn vielleicht mit einem gewissen Vergnügen zum Tanz mit uns auf statt unter seiner Last in die Knie zu gehen.
4. Wenn du das Schlimmste überdenken kannst, kannst du auch das Beste überdenken.
Gleichzeitig kann es manchmal sogar helfen, sich das schlimmste Szenario vorzustellen. Bzgl. eines Wettkampfs hilft Ihnen das Szenario, Fehler oder schwierige Situationen, die in ein einem Wettkampf passieren können, vorherzusehen und im Kopf souverän zu begegnen, um besser vorbereitet zu sein und besser zu reagieren.
Das Schlechteste zu visualisieren, um sich vorzubereiten, ist strategisch.
Das Schlimmste ohne Lösungen zu wiederholen, führt zu Angst.
5. Deine Ernährung ist nicht nur das, was du isst. Es ist das, was du liest, hörst, beobachtest und die Menschen, mit denen du dich umgibst.
6. Wenn Sie mit Problemen des Selbstwertgefühls, Selbstvertrauens und der Unsicherheit zu kämpfen haben, ist das Schlimmste, was Sie sich antun können, sich mit jemand anderem zu vergleichen. In Wahrheit sind diese Vergleiche ein großer Teil des Grundes, warum so viele von uns unglücklich sind und mit Unsicherheit und Ängsten wie Redeangst und Versagensangst zu kämpfen haben. Weiterlesen >>
7. Wir werden durch Glück erfolgreich, nicht durch Erfolg glücklich, wusste schon Albert Schweitzer. Statt zu jammern und zu hadern (mit Ihrem Job), fragen Sie sich:
- Was schenkt mir Lebensfreude, -qualität und Zufriedenheit? Was macht mich glücklich?
- Was genau macht mir Freude (in meinem Job)?
- In welchen Situationen spüre ich Tatkraft, Energie und Entschlossenheit?
Weiterlesen: Mentale Gesundheit in Deutschland: Tipps gegen Pessimismus und für mehr Lebensfreude
8. Warte nicht darauf, dass diese eine Person an dich glaubt. Werde diese Person.
9. Die Magie, die du in deiner Kindheit erlebt hast, entstand nicht, weil du ein Kind warst, sondern weil du im gegenwärtigen Moment gelebt hast.
10. Du wirst der-, dieselbe bleiben, bis der Schmerz, gleich zu bleiben, größer ist als der „Schmerz“ bzw. die Konsequenzen der Veränderung.
11. Gedanken sind keine Fakten. Unsere Überzeugungen sind einfach Geschichten, die wir so oft wiederholt haben, dass sie uns vertraut sind.
12. Das richtige Support Team: Warum dein „Dream-Team“ entscheidend ist
Unser Umfeld kann uns stärken und Bestleistungen möglich machen. Es ist nicht einfach, die richtige Besetzung fürs „Dream-Team“ zu finden. Und es ist auch nicht immer einfach, die Menschen, die gut für uns sind, zu ertragen. Denn das sind in Regel Menschen, die uns fordern, die gelegentlich unbequem sind, die uns konfrontieren und zwingen, manches genauer anzuschauen, die wir selbst nicht sehen können oder wollen. Für unsere Weiterentwicklung sind sie extrem wichtig. Wer kann zu solchem Dream-Team zählen: Partner, Kinder, gute Freunde, Kollegen, ein Mentor und enge Mitarbeiter. Aus der Gehirnforschung wissen wir bereits, dass es drei wichtige Säulen im Leben gibt: Spaß, Selbstvertrauen und soziale Kontakte, also das Umfeld.
Fehlt uns ein unterstützendes Umfeld, kann uns das schwächen, zurückhalten, abhalten oder gar stoppen. Wenn ich die Denkweise meines Umfelds in Frage stelle, nicht länger übernehme, ist die Gefahr groß, ausgeschlossen zu werden. Auch wenn es weh tut: Manchmal muss man das Umfeld wechseln. Ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle gehen damit oft einher. Doch wenn ich ein klares Ziel vor Augen habe, muss man das riskieren. Wenn man sich verändern möchte, z. B. beruflich etwas ganz anderes machen oder sein Denken ändert, dann muss man vielleicht auch sein Umfeld verändern. Als ich anfing, als frühere Vermessungsingenieurin fortan als Mental Coach und Speaker zu arbeiten, hielt mich mein Umfeld für total verrückt. Hält man am früheren Umfeld fest, kann es sein, dass man scheitert.
Schaffen Sie sich ein positives Umfeld. Das bedeutet nicht, dass sie alle Freunde verlassen müssen. Man braucht ja auch Gleichgesinnte, mit denen man sich über die Zukunft oder den Beruf austauschen und sich inspirieren lassen kann.
13. DANKE! sagen
Wer sich ein funktionierendes, positives Umfeld aufgebaut hat, darf etwas auf keinen Fall vergessen: DANKE! sagen. Heben Sie ganz bewusst die Leistung ihres Unterstützerteams hervor und bieten ihm eine Bühne, auf der auch seine Leistungen gewürdigt werden. Dann können Sie sich der Unterstützung auch in der Zukunft gewiss sein.
14. Frage dich: „Wird das in 24 Stunden, 24 Tagen oder 24 Monaten von Bedeutung sein?“ Der meiste Stress nimmt ab, wenn man Perspektive wechselt.
15. Ersetze „Ich muss“ durch „Ich entscheide mich.“
16. Selbstmitgefühl statt Selbstkritik: Der unterschätzte Erfolgsfaktor
Übst du dich in Selbstmitgefühl?
Ich glaube, dass die Art und Weise, wie wir andere behandeln, oft widerspiegeln kann, wie wir uns selbst behandeln. Wenn wir uns selbst gegenüber unversöhnlich sind, sind wir auch anderen gegenüber unversöhnlich. Wenn wir es versäumen, unsere eigenen Grenzen zu respektieren, missachten wir die Grenzen anderer. Wenn wir Perfektion von uns selbst erwarten, erwarten wir sie auch von anderen.
Es hat sich wiederholt gezeigt, dass wir, wenn wir uns nicht um uns selbst kümmern, anderen oft wenig nützen. Deshalb weise auch hier wieder auf das Beispiel mit dem Flugzeug hin, wo wir bei Druckverlust in der Kabine angewiesen werden, unser Gesicht zuerst mit einer Sauerstoffmaske zu bedecken.
Bei Selbstmitgefühl geht es nicht darum, sich selbst zu bemitleiden oder egoistisch zu sein. Es geht darum, sich selbst mit der gleichen Freundlichkeit, Fürsorge und dem gleichen Verständnis zu behandeln, wie man einen Freund behandeln würde, der eine schwere Zeit durchmacht.
Selbstmitgefühl ist keine Schwäche oder ein Luxus. Es ist eine Fähigkeit, die Sie üben und im Laufe der Zeit entwickeln können.
Indem wir uns Selbstakzeptanz und innere Stärke zu eigen machen, nähren wir nicht nur unser eigenes Wohlbefinden, sondern fördern auch gelingende Beziehungen zu anderen, indem wir einen ausgewogenen Ansatz zwischen Geben und Auffüllen unserer eigenen Ressourcen für langfristiges Glück und Wachstum finden.
Weiterlesen: Selbstmitgefühl zu üben ist ein Game-Changer!
17. Performance & Praxis: Erfolgstagebuch führen
Nicht wenige Menschen neigen dazu, selbstkritisch mit sich umzugehen und das Augenmerk vor allem auf die eigenen Defizite zu richten. Das schenkt uns aber in herausfordernden Situationen keine Kraft. Sich hingegen auf die eigenen Stärken und bereits verbuchte Erfolge zu besinnen, nutzt uns als Kraftquelle, weil es u.a. positive Gefühle freisetzt. Deshalb lohnt es auch hier, ein wenig Zeit zu investieren, um ein Erfolgstagebuch zu führen. Damit verinnerlichen Sie sich die Erfolgserlebnisse nachhaltig. Diese Übung können Sie auch für Ihr Team nutzen, indem Sie die gemeinsam erzielten Erfolge des Teams in einem für alle zugänglichen Dokument erfassen, z.B. in Form einer PowerPoint-Präsentation, die Sie vor wichtigen Herausforderungen dem Team zur Motivation und Unterstützung zeigen.
JETZT ERFOLGSTAGEBUCH KOSTENFREI HERUNTERLADEN >>
18. Umgang mit Lampenfieber: Wie du Nervosität in Energie verwandelst
Viele meiner Klienten haben mit Ängsten zu kämpfen, bevor sie in der Öffentlichkeit sprechen. Die Amygdala löst eine Stressreaktion aus, aber wenn Sie sie als Aufregung neu bewerten, kann dies Ihre Denkweise verändern.
Bammel ist nur ein normales Gefühl kurz vor einer Präsentation. Es ist kein Signal, dass etwas nicht stimmt, sondern nur, dass ich gleich auf die Bühne und eine wichtige Botschaft überbringe.
Studien zeigen, dass die Aussage „Ich bin aufgeregt“ anstelle von „Ich bin nervös“ hilft, Energie in Selbstvertrauen zu kanalisieren. Kombinieren Sie dies mit Visualisierung und Atemarbeit, und Ihr Gehirn lernt, das Sprechen als Chance und nicht als Bedrohung zu sehen.
Weiterlesen: Tipps für öffentliches Reden
Mentale Stärke trainieren: Wie du langfristig Wachstum, Zufriedenheit und innere Ruhe erreichst
Kontrolle über Reaktionen zu übernehmen, sich mit Positivität zu umgeben und unser eigener größter Unterstützer zu werden, sind der Schlüssel zu Wachstum und Frieden.
© Ihre Antje Heimsoeth
Buch zum Thema
Das Buch „Mentale Stärke. Was wir von Spitzensportlern lernen können“ soll eine Brücke schlagen zwischen der Welt des Spitzensports und Ihrem Alltag. Es zeigt Ihnen auf, wie Sie sich Ihr Denken, Ihre Überzeugungen, Ihre Haltung, Ihren Glauben zunutze machen können, um Ihre Ziele zu erreichen. Mentale Stärke ist ein entscheidender Faktor beim Abrufen des eigenen Leistungspotenzials am Tag X. In einzelnen Kapiteln zeige ich Ihnen, wie Sie von der Macht Ihrer Gedanken und Macht der inneren Bilder profitieren, wie Sie den Fokus auf Ihre Ziele aufrechterhalten, wie Sie Ihr Selbstvertrauen stärken, sich motivieren und souverän mit Rückschlägen umgehen können. Außerdem gehe ich auf den Aspekt der Entspannung und Regeneration ein, den jeder Spitzensportler kennt, doch dessen Effekt außerhalb des Sports noch immer sehr unterschätzt wird.
Über die Autorin: Antje Heimsoeth
Ihre berufliche Laufbahn begann Sie als Geodätin. Heute gehört Sie als Expertin für Mentale Stärke, Motivation, Leadership, Veränderung, Selbstführung und Spitzenleistungen und neunfache Buchautorin zu den bekanntesten Mental Coaches im deutschsprachigen Raum. Sie wurde als „Vortragsrednerin des Jahres 2014“ und 2021 ausgezeichnet. Bei Managern und Medien gilt sie als „renommierteste Motivationstrainerin Deutschlands“ (FOCUS). Weltweit tätig. Buch zum Thema: „Kopf gewinnt! Der Weg zu mentaler und emotionaler Führungsstärke“. Springer Gabler.
Infos unter www.heimsoeth-academy.com, www.antje-heimsoeth.com


0 Kommentare