Führungskräfte und Spitzensportler verbindet ein klares Ziel: Höchstleistung. Der entscheidende Unterschied? Spitzensportler investieren systematisch in Training, Regeneration und kontinuierliche Verbesserung – im Business-Alltag bleibt genau das oft auf der Strecke. Was bedeutet das konkret für Führungskräfte?
🔹 Leistungsprinzipien verstehen und anwenden
Spitzensportler wissen: Ohne gezielte Vorbereitung und Erholung keine nachhaltige Performance. Im Arbeitsalltag hingegen dominieren häufig Dauerstress und fehlende Regeneration – mit bekannten Folgen.
🔹 Eigen- und Selbstverantwortung übernehmen
Selbstverantwortung heißt, Verantwortung für sein Denken, Handeln und daraus resultierende Wirkungen zu übernehmen. Das setzt ein klares Bewusstsein für sich selbst voraus: Wer bin ich, was will ich, wie wirke ich? Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Versuchen Sie, zu erkennen, was Sie wirklich fühlen in einer Situation, in der es darum geht, Verantwortung zu übernehmen oder sie von sich zu weisen. Empfinden Sie Scham, Schuld, Enttäuschung oder Wut, dann forschen Sie nach der Ursache. Sind es wirklich das Verhalten Ihres Gegenübers oder dessen Forderungen, die diese Gefühle hervorrufen, oder rühren sie von alten Glaubenssätzen und Erfahrungen her, so dass Ihr Gegenüber nur als Projektionsfläche dafür dient? Wenn Sie die Wurzel Ihrer Reaktionen nicht kennen, sind Sie Ihnen ausgeliefert – und geraten in Konflikte, Missverständnisse, wiederkehrende Diskussionen. Das schürt Ihre eigene Unzufriedenheit und belastet die Beziehung zu anderen. Ob Mitarbeitende, Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzte, Freunde oder Familie – mangelnde Selbstverantwortung wirkt sich auf das Miteinander aus, oftmals unbewusst. Also besser hinschauen und anerkennen: Ihr Mindset liegt in Ihrer Hand, genauso wie das Durchbrechen gewohnter Reaktionsketten und Diskussionsmuster.
Weiterlesen: Selbstverantwortung ist der Schlüssel zu mehr Einfluss
Im Sport ist klar: Jeder ist für seine Leistung selbst verantwortlich. Im Business wird diese Verantwortung oft an das Unternehmen delegiert. Dabei beginnt nachhaltige Leistungsfähigkeit immer bei einem selbst.
🔹 Auftritte gezielt trainieren
Kein Athlet geht unvorbereitet in den Wettkampf. Führungskräfte sollten Präsentationen genauso behandeln: üben, Wirkung reflektieren, Körpersprache optimieren.
🔹 Kontinuierliche Selbstverbesserung leben
Top-Athleten arbeiten permanent an ihren Erfolgsfaktoren. Führungskräfte sollten das gleiche tun: Stärken ausbauen, Schwächen gezielt entwickeln und offen für neue Ansätze bleiben.
🔹 Konkrete High-Performance-Routinen etablieren
Blocken Sie wöchentlich Zeit für Ihre Entwicklung. Definieren Sie Ihre wichtigsten Erfolgsfaktoren, holen Sie sich ehrliches Feedback und setzen Sie sich klare Prozessziele.
🔹 Selbstreflexion als Standard
Regelmäßige Reflexion hilft, Verhalten, Wirkung und Fortschritt mit den eigenen Zielen abzugleichen – und bewusst nachzusteuern.
Weiterlesen: Selbstreflexion: Klarheit gewinnen für Ihre berufliche und persönliche Zukunft
🔹 Experimentieren & Feedback nutzen
Neue Wege ausprobieren: Meetings anders starten, Feedback häufiger und situativ einholen. Das stärkt nicht nur die eigene Entwicklung, sondern auch die Teamkultur.
Weiterlesen: Feedback geben: Feedback ist das Futter für Fortschritt
🔹 Vorbild sein
Führung beginnt mit dem eigenen Verhalten. Wer Erholung, Entwicklung und Lernbereitschaft vorlebt, schafft ein Umfeld, in dem auch das Team wächst.
Die Vorbildfunktion ist und bleibt eine Kernaufgabe jeder Führung. Führung bedeutet, Vorbild zu sein. Sie sind Vorbild – egal, ob Sie ein gutes oder ein schlechtes Vorbild sind. Und diese Vorbildfunktion ist vielschichtig: Sie sind ein Vorbild für Werte wie Anstand, Loyalität, Fleiß, Pünktlichkeit, Ehre und viele weitere. Werte, die Sie gering schätzen und entsprechend agieren, werden von Ihren Mitarbeitern ebenfalls wenig gepflegt werden. Sie sind ebenso ein Vorbild hinsichtlich Ihres Erscheinungsbildes wie hinsichtlich Ihrer Wirkung. Ihre Performance spiegelt sich in Ihren Mitarbeitern wider. Das gilt selbstverständlich genauso für Ihre Einstellungen und Handlungen. Die Menschen beobachten Sie. Wie Sie sich verhalten, ob Sie sich an das halten, was Sie angeordnet haben, ob Sie zu Ihren Entscheidungen stehen (auch wenn der Vorstand mit im Meeting sitzt), wie Sie auf einen Vorschlag reagieren, ob Sie für Ihr Wort einstehen, sich für Ihre Mitarbeiter einsetzen, mit welcher Stimmung (freundlich, gut gelaunt, ausgeglichen oder gestresst, ängstlich) Sie ins Meeting kommen. All das wirkt sich auf Ihr Team aus.
Weiterlesen: Erfolgsrezept Mitarbeiterführung: Vorbild sein – Selbstführung
🔹 Mentale Resilienz im Alltag stärken
✔️ Wir starten mit unterschiedlichen biologischen Voraussetzungen. Manche Menschen kommen mit einem robusteren Stresssystem zur Welt (z. B. ruhigere Reaktion auf Reize).
✔️ Stress und Trauma können unsere Fähigkeit zur Bewältigung beeinträchtigen.
✔️ Resilienz kann wieder aufgebaut und sogar gestärkt werden: https://antje-heimsoeth.com/tipps-resilienzfoerderung-entwickeln-sie-ihre-resilienz-in-einer-welt-des-wandels/
Sportler brauchen viel Resilienz.
Athleten verbringen deutlich mehr Zeit mit Trainingseinheiten als auf Wettkämpfen. Das Training und die Wiederholungen können sehr hart sein … Verletzungen, Krankheit, Schmerzen, Leiden – die schwierigen Momente, die das Leben mit sich bringt, sich nach Niederlagen oder Enttäuschungen wieder aufzurappeln, gehören zum Sportlersein dazu.
Die widerstandsfähigsten und erfolgreichsten Sportler erholen sich schnell und machen immer wieder weiter, Trainingseinheit für Trainingseinheit, Rennen um Rennen, Match um Match, Wettkampf um Wettkampf.
Beispiel für gute Resilienz: Rory McIlroy gewann im April 2026 das Masters in Augusta mit einer hervorragenden Widerstandskraft und sagte, sein Scrambling sei der entscheidende Faktor für seinen Sieg gewesen. Für die Nicht Golfer: Scrambling im Golfsport bezeichnet die Fähigkeit, ein Par (oder ein besseres Ergebnis) zu erzielen, obwohl das Grün nicht mit der regulären Anzahl an Schlägen (Green in Regulation – GIR) erreicht wurde.
Fazit
High Performance ist kein Zufall – sondern das Ergebnis bewusster Routinen und konsequenter Arbeit an sich selbst. Welche dieser Prinzipien setzen Sie bereits im Alltag um?
© Ihre Antje Heimsoeth
Weiterlesen: Antje Heimsoeth „Mentale Stärke: Was wir von Spitzensportlern lernen können“, Verlag C.H. Beck, München, 128 Seiten, ISBN-13: 978-3406708343, Preis: 6,90 €
Weitere Bücher und Hörbücher von Antje Heimsoeth: https://antje-heimsoeth.com/shop-buecher-und-mehr/
Vortrag zum Buch: https://antje-heimsoeth.com/vortrag-was-wir-von-spitzensportlern-lernen-koennen/
Über die Autorin: Antje Heimsoeth
Ihre berufliche Laufbahn begann Sie als Geodätin. Heute gehört Sie als Expertin für Mentale Stärke, Motivation, Leadership, Veränderung, Selbstführung und Spitzenleistungen und neunfache Buchautorin zu den bekanntesten Mental Coaches im deutschsprachigen Raum. Sie wurde als „Vortragsrednerin des Jahres 2014“ und 2021 ausgezeichnet. Bei Managern und Medien gilt sie als „renommierteste Motivationstrainerin Deutschlands“ (FOCUS). Weltweit tätig. Buch zum Thema: „Kopf gewinnt! Der Weg zu mentaler und emotionaler Führungsstärke“. Springer Gabler.
Infos unter www.heimsoeth-academy.com, www.antje-heimsoeth.com
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