Mit dem Kopfkino zum Erfolg

Mit dem Kopfkino zum Erfolg - Visualisierung - innere Bilder - Antje Heimsoeth

Autor

Antje Heimsoeth

Datum

25. Aug 2016

Wie uns die Kraft der inneren Bilder helfen kann

Die bildhafte Vorstellung (Vorstellungskraft) beeinflusst unser Unterbewusstsein, aktiviert Erlebnisnetzwerke im Gehirn und arbeitet nach dem Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung („self-fulfilling prophecy“). Ob es um eine Präsentation im Job, um ein anstehendes schwieriges Gespräch oder um eine nie zuvor absolvierte Aufgabe geht – für all das lassen sich bildhafte Vorstellungen so intensiv im Kopf erzeugen (Visualisierung), dass die nachfolgende reale Leistung davon positiv beeinflusst wird. Und je mehr Bilder wir von einem positiven Verlauf auf der Speicherplatte unseres Unterbewusstseins hinterlegt haben, desto besser unterstützt uns unser Kopf beim Erreichen eines Ziels. Zweifel, Stress und Ängste reduzieren sich, positive Gefühle werden in Gang gesetzt, die Konzentration auf das Ziel steigt.

Machen Sie es wie Hambüchen & Co.
Spitzensportler visualisieren vorab Bewegungsabläufe, um sie im Moment der Realisation optimal zu vollziehen. Wenn z. B. Kunstturner Fabian Hambüchen am Reck steht, sammelt er sich noch einmal kurz. Vor seinem inneren Auge läuft in diesem Moment ein kleiner Film mit einem besonders schwierigen Übungsteil ab. Und dann geht es los. „Sowie meine Finger das Metall der Stange berühren, explodiere ich“, sagt der Weltmeister an diesem Gerät (vgl. Stern 30/2010). Der amerikanische Profi-Golfer und Sportpsychologe Peter Terry sagt: „Ich schlage nie einen Ball, selbst nicht beim Training, ohne ein sehr scharfes und klares Bild von dem Schlag in meinem Kopf zu haben.“ (vgl. Terry, 1990). So, wie Sportler ihre Technik mit der Kraft ihrer inneren Bilder verbessern, können auch Sie diese in beruflicher Hinsicht nutzen.

Film ab für Ihren Erfolg!
Im „Kopfkino“ stellen Sie sich eine Situation, zum Beispiel die Präsentation vor einem Kunden oder Entscheidungsträger im Unternehmen, lebendig und so erfolgreich wie möglich vor. Sie entspannen sich in einem ruhigen Raum und erleben Ihr Ziel, beschreiben innerlich die grandios verlaufende Präsentation lebendig und emotional, am Ende steht der Auftrag oder die Bewilligung, Sie feiern mit Ihrem Team. Spüren Sie körperlich und mental, wie gut sich diese Situation anfühlt. Visualisiert werden kann fast alles. Möglicherweise ist der Kunde oder Entscheidungsträger beim Termin schlecht gelaunt oder verschiebt ihn kurzerhand um zwei Stunden nach hinten. Wie Sie in so einem Fall gelassen bleiben, auch das durchdenken Sie vorab. Ziel dieser zentralen Technik im Mentaltraining ist es, mit der Kraft der Vorstellung Situationen optimal zu meistern und die beste Leistung abrufen zu können.

Mit dem Kopfkino zum Erfolg - Visualisierung - innere Bilder - Antje Heimsoeth

Je intensiver, desto wirksamer
Es gibt zahlreiche Situationen, die sich visuell trainieren lassen, etwa die nächste Verhandlung oder Rede. Dabei gilt es, realistisch zu bleiben und Widrigkeiten zu berücksichtigen wie ein schwieriger Verhandlungspartner oder ein ungeduldiger Zuhörer. Beziehen Sie alle Sinneskanäle mit ein. Je realistischer Sie sich die Situation vorstellen, umso effektiver lässt sich die Visualisierung nutzen. Erleben Sie Ihren inneren Film nicht nur visuell (sehen) und auditiv (hören), sondern auch kinästhetisch (fühlen), olfaktorisch (riechen) und gustatorisch (schmecken). Wichtig ist, die Visualisierung regelmäßig im Vorfeld zu praktizieren, um Ihr Unterbewusstsein zu programmieren.

Mehr zu nützlichen Techniken des Mentaltrainings für den Arbeitsalltag lesen Sie auch in meinem neuen Buch: „Chefsache Kopf. Mit mentaler und emotionaler Stärke zu mehr Führungskompetenz“ (Springer Gabler, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-05774-9, 205 Seiten).

Literatur:
Terry, P.: Mental zum Sieg, München, Wien, Zürich, 1990, S. 67.
©Antje Heimsoeth

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